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Bits und Bücher II / Bits and Books II

20 Oct

Vergangene Woche geisterte ein Video durchs Netz, in dem ein vielleicht zweijähriges Kind völlig frustriert auf einer Zeitschriftenseite tappt. Der Titel war sinngemäß: A magazine is like an Ipad that does not work.

Last week a video was spreading on the net, in which a maybe two-year-old tapps a magazine page in growing frustration. The video’s titel was something like: A Magazine is like an Ipad that does not work.

Wahrscheinlich sollten wir uns darauf einstellen, dass mit der Verbreitung von Tablets neue Lesergenerationen aufwachsen, für die es völlig normal ist, am Bildschirm zu lesen und zu blättern. Wahrscheinlich erwarten diese heranwachsenden Leser auch ein Maß an Interaktivität und Multimedialität, das wir uns jetzt kaum vorstellen können. Wer weiß, vielleicht direkt Links zu Videoblogs der Autoren mit Beiträgen zu spezifischen Passagen…Amazon, Sony und Apple werden sich sicher einiges einfallen.

With more and more tablets around we probably should expect a new generation of readers, who take reading from a screen for granted. And probably they will expect a degree of multi-medial interactivity we can barely imagine now. Who knows, maybe there will be links to author’s videoblog referring to specific parts of books …Amazon, Sony and Apple will think of a lot of things.

ABER trotz der großen Aufmerksamkeit, die E-Books auch wieder auf der diesjährigen Buchmesse bekommen haben: In Deutschland machen sie wohl gerade mal 1% der verkauften Bücher aus. Der markt entwickelt sich in jedem Fall langsamer als der für Gerate, auf denen man Bücher lesen kann. Ich habe mich auf der Messe informiert, welchen Sinn das ver-E-Bookisieren von Dschibonka machen könnte.

BUT despite the great attention e-books got during this year’s Frankfurt bookfair: In Germany only around 1% of the book sold are e-books. The market develops much slower than this of the gadgets you need for reading e-books. I gathered information to find out whether an e-book version of Jibonka might make any sense.

Ergebnis 1: Kinderbilderbücher sind im Nischenmarkt E-Books ein Nischenmarkt. Klar, ein Tablet PC ist nicht besonders groß und viele Bücher wirken besonders dank ihrer Größe. Bei Dschibonka macht die Größe jedenfalls viel aus.

Result 1: Children’s picture books as an e-book are a niche market within a niche market. I can see that a tablet screen is not really big, while a lot of children’s books rely on size. Size is part of Jibonka’s effect.

Ergebnis 2: Die Produktionskosten schrecken in Deutschland ab – zumindest mich. Anders als beim reinen Text müssen für Bilderbücher sicher ein paar Schritte mehr in der Codierung der Dateien vorgenommen werden. Animation macht Sinn, Audiodatein zu hinterlegen genauso wie interaktive Elemente ebenfalls. Dafür verlangen die hiesigen Anbieter, mit denen ich gesprochen habe, mal schlappe 1500 bis 2000 Euro. Dafür sind die Autoren später mit fast 50% an den Erlösen beteiligt. Bei einem Verkaufspreis von rund 10 Euro (den ich schon sehr hoch finde) sollte also ein Bilderbuch 500 Mal runtergeladen werden, damit die Autoren auf Null rauskommen. 400 Verkäufe eines Titels im Nichenmarkt des Nischenmarkts? Von bisher völlig unbekannten Autoren?

Result 2: The costs make you think twice. Surely, there is more programming involved when converting a picture book. Animation make sense, same as integrating interactive elements and audio files do. But for this, the german companies I talked to ask 1500 to 2000 Euros. Authors will then almost split the revenues with the company. Say e-Jibonka is sold at 10 Euro, there have to be 400 for us to get out of it even. 400 downloads in the niche market of a niche market? With completely unkwon authors?

Ergebnis 3: In Asien geht es vielleicht doch. Eine Firma aus Hongkong konvertiert die PDF-Dateien 1:1 und bietet das einfach nur umblätterbare Buch ihren derzeit knapp 25.000 Abonnenten für etwa 4 $ an. Kosten für uns: 1 $ pro Buch pro Jahr. 50% der Erlöse gehen an die Autoren. Das klingt eigentlich so als ob es einen Versuch wert wäre.

Result 3: It might make sense in Asia. A Hong Kong based company I talked to (well, a rep at least) offers to simply convert the pdf-files and then market them among their 25.000 subscribors at around 4$. Our costs: 1 $ a book per year. We’ld split all revenues with the company. This sounds like it was worth a try.

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Bits und Bücher I/Bits and Books I

18 Oct

Der Besuch auf der Frankfurter Buchmesse war…  ja, wie beende ich diesen Satz? Interessant trifft es zwar, ist aber ebenso konkret wie ein Statement von Merkel zur Schulden- und Finanzkrise. Anstrengend? Klar, wer alle Gänge einmal abgelaufen ist, hat 21 km hinter sich gebracht. Und wer, wie ich, mehrmals in Halle 3.1. an Stand G 131 nach dem Rechten schaute, hatte auch irgendwann keine Lust mehr, die schwere Tasche zu schultern. Informativ? Das in jedem Fall. Ich wollte mich in Frankfurt über die Möglichkeiten und Kosten von E-Books informieren – und das konnte ich ausgiebig.

Halle 3.1 Stand G 131

Halle 3.1 Stand G 131

My visit of the Frankfurt Bookfair was… well, how to end this sentence? Interesting might nail it, but would be as meaningless as any of Merkel’s statements about the European debt and financial crisis. Tiring? Sure, if one did a complete tour of all halls, one would have walked 21 km. And if one, like me for instance, checked back frequently at Hall 3.1 booth G 131, he at some point got tired of carrying a heavy bag. Informative? Most definitely so. Coming to Frankfurt I wanted to gather information on possibilities and costs of e-books – and there was plenty of information.

Buch mit Torte

Wie unschwer zu erkennen ist, fällt Dschibonka schon wegen seines Formats aus dem Rahmen. Bei einem Rundgang einen Stock tiefer, wo etablierte Verlage ihre Kinderbücher präsentierten, wurde mir schnell klar, dass unser nicht ganz so kleines Buch auch hier herausgestochen hätte. Selbst beim Versuch, unbefangen an die Sache zu gehen, habe ich nur sehr, sehr wenige Bücher gesehen, die ich als Vorleser für meine Kleine ausgesucht hätte. Gerade für die Altersklasse oberhalb von vier Jahren umschreibt “schwer” meinen Eindruck am besten. Und damit meine ich nicht kompliziert. Viele Bücher wirken moralingetränkt und betulich – die Leichtigkeit feht. Und wenn das einmal nicht so ist, ist es meist eine Übersetzung. Dabei geht es auch anders: Im Bücherregal meiner Jüngsten stehen schon zwei Abenteuer von Kuh Liselotte von Alexander Steffensmeier. Die finde ich auch rundrum klasse.

As is easily spotted Jibonka is different. A floor below, where established publishers presented their children’s picture books, I noticed that our not so tiny book would have stuck out among these, too. Even if try to take an impartial look at their books, there were not many books I might have picked to read to my Youngest. A lot of books seem to be drenched in moral lessons or overly protective, nothing light about them. And if they are different, most of these are translations. But there are brilliant German picture books: My Youngest’s shelve harbours two adventure of a cow called Liselotte by Alexander Steffensmeier. And these are marvelous.

Der absolute Hammer aber sind die Kinderbilderbücher eines spanischen Verlags namens EDELVIVES. Sollte ich deren Bücher mit dem Vergleichen, was ich in Halle 3 gesehen habe… ginge es um Autos, stünde Halle 3 voller Polos, Golf und Astra Kombis, während bei EDELVIVES die komplette Palette von Rolls Royce, allerdings mit Hybridantrieb rumstehen zu bestaunen wäre.

My highlight of the trip was the booth of Spanish publisher EDELVIVES. Should I compare their books to the ones I have seen in Hall 3 – if they were cars, Hall 3 would have been packed with VW Polo or Golf and Opel Astra estates (or station wagons) while EDELVIVES hosted the whole range of Rolls Royce but with Hybrid motors.

In Teil zwei von Bits und Büchern geht es dann um E-Books und ob es für Adewani interessant sein kann.

Part two of Bits and Books will be about the e-book and if it could be an option for Adewani

Adewa auf der Buchmesse/Adewa at the bookfair

14 Oct

Seit Mittwoch steht Dschibonka auf der Buchmesse. Genauer in Halle 3.1 and Stand G 131. Und morgen fahre ich auch hin. Bin sehr gespannt, wie und ob auf das Buch reagiert wird. Jörg erholt sich derweil in finnischen Wäldern, wo, wie er schreibt, Schwarzwälder Kirschtorte sündhaft teuer ist. So wird also leider nicht Adewani, aber immerhin Adewa nach Frankfurt fahren. Sollten wir demnächst mal irgendwo lesen, werden aber Adeni und Adewa in Aktion treten – ich lese, Jörg zeichnet.

Finally Jibonka is on the bookfair (I hope). To be precise in hall 3.1, at booth G 131. And tomorrow I will be there, too. It will be interesting if and how people will react to the book. Jörg is currently recharging in Finnlands woods, where Black Forest Cake is a luxurious pleasure. So, it won’t be Adewani at the bookfair, but only Adewa. But, in case we should have to read somewhere at some time, both Adeni and Adewa will perform – I will read and Jörg will draw or sketch or whatever the correct term for his art is.

Endlich werde ich auch Hellen, unsere Ansprechpartnerin bei Bestywell mal persönlich treffen. Nach inzwischen rund 500 emails und zwei Telefonaten wird das sicher überraschend. Außerdem treffe ich auch die Leiterin eines kleinen, aber feinen Verlags aus Hongkong. Sie scheint sehr interessiert an der nächsten Adewani-Geschichte zu sein. Es geht um eine Ameise und die Geschichte richtet sich diesmal an etwas jüngere Kinder, vielleicht ab vier. Mehr kann ich jetzt noch nicht verraten.

Finally I will meet Hellen, our contact person at Bestywell. After around 500 emails and two phone calls this will be a surprise. And I will meet a Hong Kong publisher of very nice books. She seems to be interested in Adewani’s next story. This one will be about an ant. And it will be for younger readers, maybe starting from four years.

Vertrauen/Trust

10 Oct

Als ich heute morgen eher nebenbei meine mails durchsah, klickte ich die von Bestywell, unserem Drucker, mit eher bangem Gefühl an. Und tatsächlich, Hellen teilte mir mit, dass unser Geld immer noch nicht auf dem Konto von Bestywell eingetrudelt ist – 14 Tage, nachdem ich das Überweisungsformular bei der Bank ausgefüllt habe. Prima! Es ist Montag, zehn Uhr. In Shenzhen also schon 16 Uhr. Wenn das Geld nicht bis Mittwoch da ist, verpassen wir die Cut-off time des nächsten Containerschiffs in Shenzhen – und damit wohl das Weihnachtsgeschäft.

When I checked my mails rather absentmindedly I opened the one from Bestywell with mixed feelings. And really, Hellen told me that our money hasn’t yet arrived – 14 days after I filled in a form at my bank. Well, it’s Monday, 10 a.m., thus 4 p.m. in Shenzhen. If the money is not in Bestywell’s account by Wednesday, they cannot release the books, we’ll miss the next container vessel’s cut-off time – and the christmas shoppers.

Also ließ ich Frühstück Frühstück sein, fuhr zur Bank und machte den Ernst der Lage klar. Die 15 Euro Expressgebühr, sagte man mir, hat die Bank schon am Freitag auf mein Konto zurückgebucht. Und jetzt würde man dem Geld nachforschen. Zurück zu Hause mailte ich Hellen, die inzwischen in Moskau ist (auf dem Weg zur Buchmesse),den Stand der Dinge und schlug vor, notfalls bar zu zahlen, wenn es sein muss am Mittwoch morgen in Frankfurt, damit sie ihren Leuten in Shenzhen sagen kann, dass sie die Spedition an die Bücher lassen können.

So I left my breakfast untouched and raced to the bank t explain the urgency to them. The express fee of 15 Euro had been returned to my account already last week, they told me. But now they assured me to really investigate as to the money’s whereabouts. Back home I mailed Hellen, by now in Moscow (on her way to Frankfurt) to explain the situation. And I suggested to pay cash, if necessary this Wednesday morning to allow time for her to tell her people to release the books.

Zwei Stunden später kam dann eine Mail aus Shenzhen. Eine Cathrine schrieb, dass sie ihrem Boss die Situation geschildert hat und – vergesst alle Clichés von verschlagenen asiatischen Kaufleuten – sie darf die Bücher losschicken, auch ohne dass unser Geld auf ihrer Bank ist. Ich soll nun tatsächlich bar zahlen, wenn ich Hellen auf der Buchmesse treffe oder eben doch schon am Mittwoch – das klären wir dann morgen. Welche Erleichterung! Und natürlich auch ein Vertrauensbeweis. Erinnert mich an was

Two hours later I got mail from Shenzhen. A Cathrine told me that she talked to her boss and explained things. So now – forget all chlichés about shrewed asian business people – they got permission to release the books before being paid. I have to pay cash, whether when I meet Hellen at the Frankfurt Bookfair or this Wednesday we’ll decide tomorrow. What a relief! And quiet a leap of faith on behalf of Bestywell. Reminds me of something

Dschibonka bei der Franktfurter Buchmesse/Jibonka at the Frankfurt Book Fair

27 Sep

Unser kleines Abenteuer der Veröffentlichung nähert sich einem vorläufigen Höhepunkt – die Frankfurter Buchmesse 2011. Nachdem ich die Vorabexemplare von Dschibonka am Freitag bekommen habe, musste ich am Montag schon wieder zwei davon auf die Reise schicken. Zum Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. nämlich. Der wiederum stellt Einzeltitel ohne Verlag, jedoch mit ISBN-Nummer an einem eigenen Stand aus – Halle 3.1 Stand G 131.

Our little adventure of getting published is drifting towards a new milestone – the Frankfurt Bookfair 2011. After I got the advance copies of Jibonka last Friday I had to send two of them off this Monday. They went to the Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. (they organize the bookfair). The Börsenverein offers the opportunity to authors without a publisher to get their work shown at the bookfair – Jibonka will be in Hall 3.1 booth G 131.

Vor zwei Jahren waren Jörg und ich schon einmal mit einem, wie wir glaubten, fast fertigen Manuskript von Dschibonka auf der Buchmesse, um uns mit der Chefin eines kleinen, aber feinen Verlags aus Hongkong zu treffen. Das Treffen endete mit viel Händeschütteln, vielen neuen Ideen fürs Manuskript und der Zusage, uns Verträge zukommen zu lassen. Leider geriet der Verlag mit einem Bauvorhaben in den Sog der Finanzkrise und konnte keine neuen Projekte mehr annehmen. Der Verlag hat überlebt und ich treffe die Leiterin wieder – schließlich ist das nächste Buch schon mehr als angedacht, der englische Text ist fertig.
Inzwischen ist Dschibonka nun komplett von Sponsorengeldern finanziert gedruckt und sollte in sechs bis sieben Wochen bei uns eintreffen. Aber nachdem wir nun wissen, wie viel Zeit die vollständige Kontrolle über ein solches Projekt erfordert, werden wir uns auf jeden Fall noch mal mit einigen Verlagen unterhalten.

Two years ago Jörg and I were at the bookfair, to show our manuscript – we then thought it was more or less finished – to the owner of a small, but exclusive Hong Kong based publishing house. The meeting ended cordially, with lots of new ideas for the manuscript and the outlook of getting contracts. Unfortunately the publishers got sucked into the financial crisis and had to cancel all projects. But they made it and I’m going to meet the owner again. After all the English text for Adewani’s next book is written.
By now Jibonka is printed, completely financed by sponsors, and should be in our hands in six or seven weeks. But, knowing how much time needs to be invested to have the total control over a project such as this, makes me consider publishers as an option.

Bei der Buchmesse werde ich auch die Ansprechpartnerin unserer Druckerei treffen – und ihr für ihre Geduld mit uns danken. Nach einigen Hundert E-mails und zwei Telefonaten wird das sicher spannend. Zumal sie mit ihren Kollegen da sein wird und die wissen, dass ich chinesisch spreche – könnte anstrengend werden.

At the bookfair I will also meet our printer’s contact person – to thank her for her patience with us. After a couple of hundreds of emails and two calls this should be interesting. Especially because she will be there with her colleagues and they know I speak Chinese – so this could get tough for me.

Werde dann sicher auch von der Buchmesse twittern. #fbm11 ist wohl der tag.

Will tweet from the bookfair. #fbm11 ist the tag, I think.

Geschafft…done…!?

9 Aug

Gestern abend, am 8. August, kam endlich die Nachricht aus Shenzhen, dass alle Dateien bei der Druckerei sind und auch alle geöffnet werden konnten. Damit können jetzt endlich die Druckvorlagen produziert werden. Hoffentlich noch diese Woche können wir die dann abnicken – wir bekommen davon pdfs (die wir nicht mehr zurückschicken müssen) – und dann beginnt das Warten. 30 Tage dauert der Druck, der Transport mit dem Schiff und danach von Hamburg zu uns wird rund sechs Wochen beanspruchen. Damit wären wir dann rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse veröffentlichte Autoren.

Last night, 8th August, we finally got the news telling us all print files were finally on our printers server. Which means they can begin tp produce the print plates. Hopefully this week we can clear these and then the waitng will begin. It will take 30 days to print and produce the book and then another six weeks to get it here by ship and truck. So by the time the Frankfurt bookfair opens we might be published authors.